Westernhorse

Saddle and more

Gebiss

Chaps

Westernlinks

 

Canada 2002

Wenn einer einen Westernsattel aufs Pferd schwingt, ein Kandarrengebiß einlegt, spitze Stiefelchen, Rädchensporen und fransenbesetzte Chaps anzieht, den breitkrempigen Hut auf den Kopf stülpt und dann verwegen wie John Wayne durch die Gegend prescht, heisst das noch lange nicht, dass er ein Westernreiter ist oder auch nur Ahnung davon hat. Solche Helden gibt es leider heute zu Genüge, und sie dienen sicher nicht gerade dazu, das Image der Westernreiterei aufzubessern.

Der Ausdruck "lässiger Eleganz" für den Westernreitstil kommt nicht von ungefähr. Ein guter Westernreiter auf einem gut ausgebildeten Pferd wirkt völlig locker und natürlich. Hilfen = Befehle ans Pferd = sind so gut wie unsichtbar. Dadurch entsteht der Eindruck, Westernreiten sei einfacher als das Reiten im englischen oder europäischen Stil. Das ist ein gewaltiger Irrtum. Die Ausbildung des Westernpferdes ist genau so anspruchsvoll und zeitaufwendig wie diejenige eines englisch gerittenes Pferd. Und der Westernreiter braucht eine genauso seriöse Ausbildung durch einen angewiesenen Fachmann wie der konventionelle Reiter.
Gegenwärtig erlebt der Westernreitsport einen Erfolg, wie ihn wahrscheinlich noch nie irgendeine Form der Reiterei erfahren hat.

 
Das engl. gerittene Pferd steht ständig an den Hilfen. Der Reiter treibt es mit den Beinen gegen das Gebiss, zu dem er über die straffen Zügel dauernd Kontakt hat. Vom Können des Reiters hängt es ab, wie stark dieser Druck ist
Zur üblichen europäischen Zäumung gehört das Zubinden
des Maules
Der Unterschied:
Von Natur aus ist das Pferd selbstverständlich nicht als Reittier konzipiert, auch wenn das manche Leute glauben scheinen. Um mit einem Pferd im Sattel richtig umzugehen und uns nicht einfach von ihm in der Landschaft herumtragen zu lassen, müssen wir ihm entsprechende Hilfen geben. Wir müßen es lehren unser Gewicht auf möglichst schonende Art zu tragen. Das Pferd muss sich versammeln, denn nur so kann es auf unsere feinsten Hilfen reagieren und eine genügende Manövrierfähigkeit erreichen.
Der konventionelle oder Englischreiter erreicht die Versammlung dadurch, dass er das Pferd mit Schenkeln und Absätzen fortwährend hinten antreibt und gleichzeitig vorne mit den Zügeln bremst. Man spricht hier von "ständig an den Hilfen stehen". Der wirklich gute Reiter kann ein gut ausgebildetes Pferd mit kaum merklichem Beinimpuls, ohne oder mit nur geringsten Zügelsignalen, dazu bringen, den Hals zu wölben und sich zu versammeln.
Es ist immer noch ein weitverbreiteter irrtum, dass das Westernpferd nicht in der Versammlung gehe. Gleichzeitig ist damit der größte Fehler in der Westernreiterei genannt. Auch das Westernpferd lernt in der Ausbildung im Prinzip auf die gleiche Art und Weise, sich zu versammeln, den Hals aufzurichten und mit den Hinterbeinen tief unterzutreten.
Der wesentliche Unterschied besteht aber darin, dass man das Pferd belohnt, sobald es versammelt ist, indem man mit den treibenden Beinhilfen und den bremsenden Zügelhilfen aufhört und diese erst wieder einsetzt, wenn es erforderlich ist.
Das gut im Westernstil gerittene Pferd geht ebenfalls versammelt, mit aufgerichtetem Hals und weit nach vorne tretenden Hinterbeinen, am losen Zügel. Es erhält nur Impulse, wenn etwas Neues von ihm verlangt wird.
Erst das fertig ausgebildete Westernpferd wird auf Kandare gezäumt